Großinfrastrukturprojekte sind durch lange Laufzeiten, zahlreiche Beteiligte sowie eine hohe technische und regulatorische Komplexität geprägt. Unvorhergesehene Entwicklungen lassen sich nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist deshalb, Risiken frühzeitig zu erkennen, systematisch zu bewerten und über den Projektverlauf aktiv zu steuern.
Christian Hermani ist seit 2022 Berater bei ENLITE und begleitet mehrere Höchstspannungs-Freileitungsprojekte, unter anderem als Projektrisikomanager. Im Interview erklärt er, wie Risikomanagement in der Praxis funktioniert und welchen Beitrag es zur Projektsteuerung leistet.
Welche Bedeutung hat Risikomanagement für Großinfrastrukturprojekte?
Christian Hermani: Risikomanagement schafft Transparenz über Unsicherheiten. Es hilft Projektverantwortlichen, Risiken einzuordnen, Prioritäten zu setzen und frühzeitig zu reagieren. Dadurch entsteht eine wichtige Grundlage für fundierte Entscheidungen und eine aktive Projektsteuerung.
Wie wird ein Risikomanagementprozess etabliert?
Der Prozess muss zur Organisation und zum jeweiligen Projekt passen. Entscheidend sind unter anderem der Reifegrad der Projektmanagementdisziplinen, die Unternehmenskultur und die Projektkomplexität.
Wir orientieren uns an etablierten Standards, passen die konkrete Ausgestaltung aber gezielt an die jeweiligen Rahmenbedingungen an.
Wann sollte Risikomanagement im Projekt beginnen?
Idealerweise so früh wie möglich. Sobald der Projektauftrag vorliegt und das Kernteam besetzt ist, sollte ein initialer Risikoworkshop stattfinden.
Auf dieser Basis entsteht das Risikoregister, das während des gesamten Projekts gepflegt und besonders bei Meilensteinen, Phasenübergängen oder wesentlichen Veränderungen aktualisiert wird.
Welche Aufgaben übernimmst du als Projektrisikomanager?
Ich verantworte vor allem die Prozessebene und stelle sicher, dass Risiken systematisch erfasst, bewertet, dokumentiert und weiterverfolgt werden.
Über konkrete Maßnahmen entscheiden die Fachverantwortlichen und Projektleitenden. Meine Aufgabe ist es, den Prozess zu strukturieren, Zusammenhänge sichtbar zu machen und „zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen zu stellen“.
Welche Rolle spielt die Kommunikation?
Eine entscheidende. Risiken können nur wirksam gesteuert werden, wenn die relevanten Personen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit erhalten.
Dabei muss berücksichtigt werden, wer welche Informationen in welcher Form und Detailtiefe benötigt. Eine zielgruppengerechte Aufbereitung unterstützt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dabei, Risiken einzuordnen, zu priorisieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Was ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf Risiken?
Besonders hilfreich sind Einblicke in weitere Projektfunktionen wie Terminplanung, Dokumentenmanagement oder Teilprojektleitung.
Risiken entstehen häufig an Schnittstellen und durch Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Disziplinen. Ein umfassendes Projektverständnis hilft deshalb, Entwicklungen besser einzuordnen und das Risikomanagement eng mit dem laufenden Projektgeschehen zu verbinden.
Wie unterstützt ENLITE Unternehmen im Risikomanagement?
Wir begleiten Unternehmen entlang des gesamten Prozesses – von der Entwicklung passender Strukturen bis zur operativen Umsetzung im Projekt.
Dabei verbinden wir methodisches Know-how mit Erfahrung aus verschiedenen Projektmanagementdisziplinen. So entsteht ein Risikomanagement, das zur Organisation passt, im Projektalltag praktikabel ist und belastbare Entscheidungsgrundlagen liefert.
Risikomanagement mit ENLITE
ENLITE begleitet Unternehmen entlang des gesamten Risikomanagementprozesses – von der Einführung maßgeschneiderter Prozesse bis zur operativen Umsetzung in den Projekten. Das methodische Know-how der Beraterinnen und Beratern bei ENLITE aus verschiedenen Projektmanagementdisziplinen ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf Projekte und unterstützt eine planbare, strukturierte und effiziente Projektsteuerung.
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